Epoche des Aufschwungs


Du bist hier:

Das Ende des 15. Jahrhunderts und das 16. Jahrhundert gehören zu den ruhigen Epochen in der Geschichte der Region. Nach dem Ende der Kriege zwischen Matthias Corvinus und Vladislav Jagiello im Jahre 1479 begann sich der klägliche Zustand des Landes Bei Jeseník zu bessern.

Die Tätigkeit der Bergwerke und Hütten wurde schnell wieder aufgenommen, die Dämpfung der Glaubensstreite ermöglichte in den Städten, neue Schulen zu erbauen, die Bildung und Kultur zu verbreiten, neue Produktionsbereiche begannen sich durchzusetzen, und zwar das Tuchweb- und Webhandwerk, welche nicht weniger wichtig waren als die Gewinnung und Bearbeitung von Metallen. Berühmt wurde die Handpapierfabrik in Velké Losiny, die heute in ihrer Art einzigartig in Europa ist. Der wirtschaftliche Aufschwung wurde nicht einmal von der Pestepidemie im Jahre 1507 gehemmt.

Der beginnende Dreißigjährige Krieg bedeutete das Ende der guten Zeiten. Bei dem zerstörenden Enbruch der schwedischen Truppen im Jahre 1642 wurde die Stadt Šumperk ausgebrannt und fast zerstört. Die Schätzungen geben an, dass der direkten Kriegsgewalt und dem damit zusammenhängenden Hunger und den Krankheiten ein Viertel der damaligen Bevölkerung zum Opfer fiel.

In diese Zeit fallen auch die berüchtigten Hexenprozesse, die in ihrem Umfang in dem internationalen Maßstab zu den größten gehörten. Die erste Welle begann im Jahr 1622, das erste Opfer war die Frau eines Hüters aus Jeseník, Barbora Schmiedová, welche von ihrem Ehemann der Hexerei beschuldigt wurde. Barbora wurde sofort verhaftet und bei Einsatz der Folterung wurde sie zur Geständnis gezwungen. Sie zeigte auch weitere fünf Frauen an, auf die das gleiche furchtbare Schicksal wartete. Barbora Schmiedová wurde in Nisa verbrannt, die weiteren Frauen dann ein Jahr später in Jeseník.

Die weitere Welle kam in den Jahren 1636 - 1649 und traf vor allem das Gebiet bei Nisa und Zlaté hory. Als Haptanreger der neuen Inquisitionswelle war der bischöfliche Prokurator Martin Lorenz aus Nisa bezeichnet. Die dritte und mächtigste Welle der Hexenprozesse ist mit dem Jahr 1651 verbunden und sie spielte sich in der Region bei Zlaté Hory und Jeseník ab. Am Anfang der Kette der Inquisition und der Urteile stand wieder eine absurde Beschuldigung. Diesmal betraf sie einen Jungen aus Široký Brod, welcher mit einer Hexe an einem Hexensabbat teilgenommen habe. 1678 begannen grausame Prozesse auch in der Region bei Šumperk. An der Spitze der Inquisition stand der Olmützer Jurist Heinrich Franz Boblig von Edelstadt, dessen Toben erst durch den Eingriff des Kaisers Leopold I. eingestellt wurde.

Insgesamt fielen den Hexenprozessen in der Region einige Hunderte von Menschen zum Opfer.